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letzter Sonntag nach Epiphanias

Gedanken zum letzten Sonntag nach Epiphanias, den 31. Januar 2021,     von Pfr. M. Köhl

 

Biblischer Impuls: …Unser Gott ist voll Erbarmen. Darum wird auch der helle Morgenglanz aus der Höhe zu uns kommen….                                           Gute Nachricht des Lukas 1,78

 

Liebe Gemeinde,

 

heute möchte ich mit Ihnen ein Wochenlied bedenken, von dem ich denke,

dass es uns gerade in unseren Tagen gute Anstösse und Gedanken vermitteln kann.

Es steht im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 450 „Morgenglanz der Ewigkeit“ und wurde von Christian Knorr von Rosenrotth nach dem dreißigjährigen Krieg geschrieben.

 

1.Morgenglanz der Ewigkeit,          Licht vom unerschaffnen Lichte,

schick uns diese Morgenzeit          deine Strahlen zu Gesichte                  und vertreib durch deine Macht unsre Nacht.

Endlich - es wird Tag, die Dunkelheit schwindet. Vögel fangen an zu singen, Straßen füllen sich: Erwachsene fahren zur Arbeit, Kinder /Jugendliche gehen zur Schule, Geschäfte öffnen - Leben scheint sich auszubreiten.

Jeden Tag, jeden Morgen

erfahren wir das.

Der „Morgenglanz der Ewigkeit“ scheint mehr zu sein, als „unsre Morgen“.

Er ist viel-mehr Kraftquelle – von jeher leuchtend. Seine Strahlen wollen uns begleiten.

Sie vermögen Finsternisse -um wie auch in uns- mit Macht zu vertreiben.

 

2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; lass die dürre Lebens-Au

lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar.

Sanft umhüllt er uns, teilt Schmerz, berührt unser Fühlen, bietet an - ähnlich einem wohltuenden Balsam - Wunden zu heilen, erfrischt unser Fühlen, regt uns an, zu handeln.

 

3. Gib, dass deiner Liebe Glut, unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, dass wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn.

Dieser Morgenglanz scheint kein Naturereignis zu sein, vielmehr ist er ein personales Gegenüber – ein Freund. Einer jedenfalls, der es gut mit uns zu meinen scheint,

einer, der uns mag. Ja, einer, der in Liebe für uns brennt!

Er bewirkt in uns ein Nachdenken über unser Tun und Lassen. Steckt uns an, entfacht auch bei uns Gefühle, aktiviert schlummernde Resourcen, motiviert uns, in unseren Tagen wach, bewusst, zielstrebig, unsere Wege zu gehen, unsere Zeit auszukosten, sie mit Gutem an- und auszufüllen, sie zu gestalten.


4. Ach du Aufgang aus der Höh, gib, dass auch am Jüngsten Tage,

unser Leib verklärt ersteh und, entfernt von aller Plage,

sich auf jener Freudenbahn, freuen kann.

Bei aller Nähe zu uns „Erdenbürgern“, scheint „Er“ mit Weiterem, „Höherem“

ausgestattet zu sein, scheint über unsere irdische Existenz hinaus von Bedeutung zu sein;

auch in einer Zukunft, die so ganz abweichend von dem Dasein ist, das wir bisher führen.

In diesem einstigen Dasein wird auch unser Körper anders sein:

all die Schwernisse, die ihn/die uns einst belasteten, sollen abgestreift, bedeutungslos geworden zu sein, werden ein für alle mal der Vergangenheit angehören. Darauf können wir uns freuen!

 

5. Leucht uns selbst in jener Welt, du verklärte Gnadensonne;

führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne,

da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht.

Dieser „strahlende Morgenglanz“, dessen Güte uns sanft umhüllt, dessen brennende Liebe

auch in uns Vieles entfacht, der wird uns ebenso „im Einst“, in „jener Welt“, erfreuen.

Er wird uns -selbst nach bitteren Phasen, die wir „hier“ vielleicht durchleben müssen-

in eine neue Heimat führen, in ein Zuhause, in dem wir geborgen sind,

in dem Friede, Ruhe, Zufriedenheit regieren und kein Ende kennen werden.

 

Sie haben gemerkt, wer hinter diesem „Morgenglanz der Ewigkeit“ steckt:

Der, der von Anfang an da war, der bei uns ist und bleiben wird. Insbesondere der,

der zu uns „herunter gekommen“/ in unsere Welt gekommen ist, uns vieles Gute vermittelt hat,

der überkommene Gottesbilder zurechtgerückt hat, der uns Gnade und Barmherzigkeit hat erleben lassen, der nicht allein große Worte hinterließ, sondern der mit seinem Leben für uns eingetreten ist.

Der, der auch durch die menschlichen Täler wandern musste; der Leid und Not, Sterben und Tod erfuhr, der dann aber als erster der Kinder Gottes das Geschenk der Auferstehung „erleben“ durfte und der uns damit als unser Bruder voranging: Jesus Christus, unser Freund und Herr!

Auf Ihn dürfen wir schauen, auf Ihn bauen, uns Ihm anvertrauen!

Amen!

Gebet: Gott, hab Dank, dass Du, gleich dem Licht am Morgen, immer wieder neu auf uns zugehst, dass Du unsere „Finsternisse“ kennst, sie uns bisweilen aushalten, durchleben lässt,

sie zu vertreiben hilfst. Das Leben vieler Menschen ist gerade verdunkelt. Sie haben Angst vor diesem Virus, sich anzustecken. Sie sorgen sich auch um ihre Lieben. Die Gesundheit von nicht wenigen ist in Gefahr, angekratzt, manche ringen mit dem Tod, sind ihm erlegen. Andere sind von Maßnahmen betroffen, die eigentlich Schlimmeres verhüten sollen, ihr Leben aber „gewaltig“ einschränken, ihre Perspektiven gefährden, ihre Existenz zu bedrohen scheinen.

Gott sei Du spürbar bei uns in diesen für uns alle schweren Monaten. Führ uns durch „das Tränenthal“, das uns umgibt. Vertreibe Du Hoffnungslosigkeit und Resignation. Lass uns kreative Gedanken und Wege finden, mit dieser Wirklichkeit umzugehen. Schenk Du uns vor allem Zuversicht, diesem Übel begegnen zu können und gib uns Kraft für uns und andere.

Danke, dass Du uns hörst. Als Deine Kinder, wenden wir uns weiter an Dich: Vater Unser

 

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